Lehren & Lernen 2/2020 Bildungsbenachteiligung II; PISA-Diskussion
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 2/2020 Bildungsbenachteiligung II; PISA-Diskussion"
Zum Thema dieser Ausgabe:
Bildungsbenachteiligung II
Bildungsbenachteiligung II führt die Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit im Bildungswesen fort. Die Beiträge setzen sich kritisch mit Erklärungsnarrativen zu sozialer Benachteiligung und Schulerfolg auseinander, beleuchten Armut und Hunger im Schulalltag, diskutieren die Mehrgliedrigkeit des Schulsystems im Lichte internationaler Vergleichsstudien und nehmen zentrale Positionen der PISA-Debatte unter die Lupe.
Zwischen theoretischen Analysen, Interview, internationaler Perspektive, PISA-Kritik und Literaturhinweisen wird deutlich: Bildungsbenachteiligung ist kein Naturgesetz. Sie wird durch Strukturen, Diskurse und politische Entscheidungen mit erzeugt – und kann entsprechend auch verändert werden, wenn das System bereit ist, seine eigenen Narrative zu hinterfragen.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Bildungsungleichheit fundiert verstehen und Ihre Praxis oder Politik daran ausrichten möchten. Sie richtet sich an:
- Lehrkräfte aller Schularten, die mit heterogenen Lerngruppen arbeiten
- Schulleitungen, Schulträger und Bildungsverantwortliche, die Chancengerechtigkeit zum Schwerpunkt machen
- Bildungsforscher:innen, Studierende und Ausbildende, die sich mit Strukturen von Ungleichheit beschäftigen
- Akteur/innen in Jugendhilfe, Sozialarbeit und Politik, die Bildungsgerechtigkeit gestalten wollen
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Soziale Benachteiligung und Schulerfolg – ein folgenloses Narrativ?
Im Editorial und Beitrag Soziale Benachteiligung und Schulerfolg. Anregungen zum kritischen Umgang mit einem folgenlosen Narrativ als Beitrag zur Schulentwicklung, Teil II zeigt Gotthilf Gerhard Hiller, wie häufig Benachteiligung beschrieben, aber selten systematisch überwunden wird – und welche Denkmuster Reformen blockieren.
„Sättigung für die Seele“ – Hunger im Unterricht
In Sättigung für die Seele. Viele Kinder sitzen mit knurrendem Magen im Unterricht spricht Waltraud Lučić im Interview mit Sven Loerzer (Süddeutsche Zeitung) über Kinderarmut, Essensversorgung und die Bedeutung verlässlicher Strukturen – körperlich wie emotional.
Mehrgliedrigkeit versus Eingliedrigkeit – unnötige Debatte?
Mehrgliedrigkeit versus Eingliedrigkeit – eine unnötige Debatte? Die Problematik der Vielgliedrigkeit der Schulformen in Deutschland im Lichte internationaler Vergleiche der Schulleistungsforschung und Bildungsbenachteiligung (Kai Maaz) zeigt, wie stark frühe Selektion Bildungswege prägt – und welche Alternativen international diskutiert werden.
PISA-Diskussion: Bildungsungleichheit auf dem Prüfstand
Unter der Rubrik PISA-Diskussion:
- Das deutsche Bildungswesen – ein Hort der sozialen Ungerechtigkeit? Kritische Anmerkungen zu neueren vergleichenden Bildungsstudien(Rainer Bölling) stellt die gängige Lesart internationaler Studien infrage.
- Mythos Bildungsungleichheit? Eine Diskussion der Thesen von Rainer Bölling(Benjamin Edelstein, Marcel Helbig) setzt sich kritisch mit Böllings Positionen auseinander und verteidigt den Befund realer Bildungsungleichheiten.
Jetzt abonnieren und profitieren:
- Theoretisch fundierte und kontroverse Beiträge zu sozialer Benachteiligung und Schulsystemstruktur
- Konkrete Einblicke in Armut, Hunger und emotionale Versorgung im Schulalltag
- Kritische Auseinandersetzung mit PISA-Befunden und Deutungen von Bildungsungleichheit
- Literaturhinweise für eine unterstützende, gerechte Unterrichtspraxis
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 40 Seiten
Erscheinungstermin: 20.02.2020
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Das Thema „Soziale Benachteiligung und Schulerfolg“ wird im vorliegenden Beitrag nicht aus der Perspektive der Bildungsforschung und Bildungssoziologie behandelt. Vielmehr geht es um die Frage, was Professionelle und Ehrenamtliche im Schulwesen mit dieser Erzählung vom straffen Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und mangelhaftem Schulerfolg anfangen. So gesehen, geht es im Folgenden um Überlegungen und Beispiele zu einer „etwas anderen“ empirischen Bildungsforschung, in deren Zentrum die Frage steht: Wie wirkt sich dieses Wissen im beruflichen Alltag und im Handeln von Fachleuten und Ehrenamtlichen aus? Stichwörter: Soziale Benachteiligung, Schulerfolg, Bildungsforschung, Schulkritik
Seit dem Erscheinen der ersten PISA-Studie sieht sich das deutsche Bildungswesen dem Vorwurf ausgesetzt, in kaum einem anderen Land hänge der Schulerfolg so sehr von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Diese Behauptung wird hier auf der Basis aktueller PISA-Daten und weiterer neuerer Studien einer kritischen Überprüfung unterzogen. Dabei zeigt sich, dass der fragliche Zusammenhang in allen Ländern in ähnlicher Weise besteht und sein – zumeist überschätztes – Ausmaß von Faktoren abhängt, die oft vernachlässigt werden. So erweisen sich einige gängige Erklärungen von PISA-Befunden als unzutreffend. Darüber hinaus wird gezeigt, dass bloße Quoten höherer Bildungsabschlüsse kein Indiz für Bildungsgerechtigkeit sind. Stichwörter: Bildungsgerechtigkeit, Bildungsbenachteiligung, PISA-Studien, Schulerfolg, soziale Herkunft
Für Waltraud Lučić, 62, Vorsitzende des Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (MLLV), sind alle Kinder wertvoll. Als Pädagogin engagiert sie sich seit langem für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Denn Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder geringen Deutschkenntnissen haben meist die schlechteren Startchancen für eine Schul- und Berufskarriere. Stichwörter: Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Startchancen
Dass der Bildungserfolg in Deutschland besonders stark von der sozialen Herkunft abhängt, ist für Rainer Bölling ein bildungspolitisches Vorurteil. Bewertungsmaßstäbe und Befunde, die diesen Schluss nahelegen, sind aus seiner Sicht wenig aussagekräftig. Der vorliegende Beitrag setzt sich mit Böllings zentralen Kritikpunkten auseinander. In einigen Punkten trifft seine Argumentation ins Schwarze, an anderen Stellen aber ist sie angreifbar und lässt mitunter relevante bildungspolitische Fragen außer Acht. Stichwörter: Akademisierungswahn, Bildungsungleichheit, Bildungsexpansion, Chancengleichheit, Hochschulreife, Kompetenzvergleiche, soziale Herkunft
Der vorliegende Beitrag setzt sich im internationalen Vergleich mit der Frage der äußeren Differenzierung des Sekundarschulsystems auseinander. Dazu wird zunächst kurz auf die Leistungsdifferenzierung als Strukturmerkmal von Schulsystemen eingegangen, um daran anschließend die aktuelle Situation schulstruktureller Differenzierung im deutschen Schulsystem zu beschreiben. Sodann werden Auswirkungen von schulischer Leistungsdifferenzierung diskutiert und abschließend ein Modell schulstruktureller Differenzierung vorgestellt. Stichwörter: Mehrgliedrigkeit, Eingliedrigkeit, Zwei-Säulen-Modell, Schulstruktur, Selektionsprozesse, Bildungsbenachteiligung, Lernmilieus, Entwicklungsmilieus, Schulleistung, Leistungsdifferenzierung