Lehren & Lernen 1/2020 Bildungsbenachteiligung I; Kooperation in der Schule II
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 1/2020 Bildungsbenachteiligung I; Kooperation in der Schule II"
Zum Thema dieser Ausgabe:
100 Jahre Grundschule – Bildungsbenachteiligung I
100 Jahre Grundschule – Bildungsbenachteiligung I blickt auf die Geschichte der Grundschule als „Schule für alle“ und fragt zugleich, warum Bildungsbenachteiligung trotz dieses Anspruchs fortbesteht. Die Beiträge verbinden historische und politische Perspektiven mit aktuellen Studien zu Schulabschlüssen, Armut und Chancenungleichheit und beleuchten, wie Kooperation, Achtsamkeit und Medienentwicklung in Schulen darauf antworten können.
Zwischen dem Grußwort des Bundespräsidenten, Analysen zu sozialen Benachteiligungen, einer CARITAS-Studie, einem bekannten Essay zur „Bildungsgefängnis“-Metapher, einem pädagogischen Kommentar dazu sowie Praxisbeispielen zu Achtsamkeit, Medienentwicklungsplanung und Elternkooperation wird deutlich: Die Frage, wie Grundschule und weiterführende Schulen Bildungswege öffnen oder verschließen, ist hochaktuell – 100 Jahre nach Einführung der Grundschule ebenso wie heute.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Bildungsbenachteiligung historisch, strukturell und praktisch verstehen und bearbeiten möchten. Sie richtet sich an:
- Grundschul- und Sekundarlehrkräfte, die mit heterogenen Lerngruppen arbeiten
- Schulleitungen und Schulträger, die Chancengerechtigkeit in ihrem System stärken wollen
- Bildungspolitiker/innen, Verwaltungs- und Verbandsvertreter/innen, die Strukturentscheidungen verantworten
- Studierende, Forschende und Ausbildende, die sich mit Bildungsungleichheit, Kooperation und Schulentwicklung befassen
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
100 Jahre Grundschule – Grußwort des Bundespräsidenten
Im Editorial 100 Jahre Grundschule erinnert Frank-Walter Steinmeier an die historische Bedeutung der Grundschule als gemeinsame Schule für alle Kinder – und daran, dass dieser Anspruch angesichts heutiger Ungleichheiten immer wieder neu eingelöst werden muss.
Soziale Benachteiligung und Schulerfolg – Teil I
In Soziale Benachteiligung und Schulerfolg. Anregungen zum kritischen Umgang mit einem folgenlosen Narrativ als Beitrag zur Schulentwicklung, Teil I analysiert Gotthilf Gerhard Hiller gängige Erzählungen über „bildungsferne Schichten“ und zeigt, wie sie Reformen eher blockieren als befördern. Er plädiert für eine Schulentwicklung, die strukturelle Barrieren ernst nimmt, statt Verantwortung allein auf Familien abzuwälzen.
Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss – CARITAS-Studie
Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss. Die neue CARITAS-Studie zu Bildungschancen vor Ort (Verena Liessem, Susanne Nowak) legt dar, wie sich Schulabbruchquoten regional unterscheiden und welche Faktoren vor Ort dazu beitragen – von sozialer Lage bis zu Unterstützungsstrukturen.
„Ein ausbruchssicheres Gefängnis“ – Bildungspolitische Metapher
In Ein ausbruchssicheres Gefängnis. Wer nichts lernt, bleibt arm. Dagegen hilft nur eine bessere Bildungspolitik beschreibt Jutta Allmendinger das Bildungssystem als Gefängnis, aus dem viele Kinder und Jugendliche kaum entkommen können. Sie fordert tiefgreifende Veränderungen von früher Förderung bis zur Weiterbildung.
Kooperation in der Schule II – Achtsamkeit, Medienentwicklungsplan, Elternarbeit
Unter dem Stichwort Kooperation in der Schule II werden drei Praxisbeispiele vorgestellt:
- Verkörperte Beziehungsgestaltung und Schulkultur-Entwicklung durch Stärkung von Achtsamkeit und Mitgefühl (Nils Altner) berichtet aus einem NRW-Landesmodellprojekt in Solinger Grundschulen. Achtsamkeits- und Mitgefühlspraktiken dienen hier als Motor für eine zugewandte Schulkultur – gerade mit Blick auf benachteiligte Kinder.
- Kooperative Entwicklung eines Medienentwicklungsplans. Erfahrungsbericht aus dem Paul-Klee-Gymnasium Rottenburg/N. (Nina Sophie Klett) zeigt, wie Kollegium, Schulleitung und weitere Akteure gemeinsam einen Medienentwicklungsplan erstellen – mit dem Ziel, Digitalität allen Lernenden zugutekommen zu lassen.
- Lehrer und Eltern – Kommunikation und Kooperation für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft(Stefan Seitz) beleuchtet, wie Schulen mit Eltern zusammenarbeiten können, um Kinder – besonders in belasteten Lebenslagen – besser zu unterstützen.
Jetzt abonnieren und profitieren:
- Historische und aktuelle Perspektiven zu 100 Jahren Grundschule und Bildungsbenachteiligung
- Empirische Befunde zu Schulabschlüssen, Armut und regionalen Bildungschancen
- Kritische Auseinandersetzung mit Narrativen und Metaphern der Ungleichheit
- Praxisbeispiele zu Achtsamkeit, Medienentwicklung und Elternkooperation als Hebel für mehr Gerechtigkeit
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 42 Seiten
Erscheinungstermin: 21.01.2020
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Kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben von Autorinnen und Autoren aus Praxis und WissenschaftIn 6 Ausgaben pro Jahr werden aktuelle Themen aufgegriffen, intensiv beleuchtet und diskutiert. Im Fokus steht die zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Unterricht und Schulen mit wissenschaftlich fundierten, reflektierten und innovativen Beiträgen für die Praxis. Dabei geht es unter anderem um digitale Schulentwicklung, zeitgemäße Lehr–Lernsettings, Demokratiebildung, selbstorganisiertes Lernen, Leseförderung, Neuropsychologie, Achtsamkeit, Meinungsfreiheit, Gesundheit von Schüler:innen und Lehrer:innen und vieles mehr.Das Redaktionsteam - Schulpraktiker und Wissenschaftler - sorgt für kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben, nicht nur in Baden-Württemberg und sieht sicht als Mittler zwischen Bildungspolitik, Schulalltag und Wissenschaft – in einer Zeit, in der die Kluft zwischen deren Diskursen immer größer und offensichtlicher wird. Sie erhalten aus erster Hand an der Praxis innovativer Schulen ausgerichtete, wissenschaftlich fundierte Informationen. Preisvorteil von ca. 12 % gegenüber dem Einzelkauf Lehren & Lernen – die günstige und kompetente Bezugsquelle für die Entwicklung zeitgemäßer, personalisierter Lehr-Lernsettings. Abonnenten erhalten beim Kauf von Einzelheften (siehe Archiv) zusätzlich einen Rabatt von 30 % auf den Verkaufspreis der Einzelausgabe. Unsere Zeitschriften sind auch gelistet bei fachzeitungen.de
Nur Fordern oder auch Fördern? Das ist keine Frage für Jutta Allmendinger, derzeit Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung dieses Textes im Jahre 2005 Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Sie plädiert für aktive Arbeitsmarktpolitik. Doch noch viel besser sei es, Kinder schon frühzeitig umfassender Bildung teilhaftig werden zu lassen. Nur so lasse sich Armut wirklich vermeiden. Der Text von 2005 ist unverändert aktuell.
Das Thema „Soziale Benachteiligung und Schulerfolg“ wird im vorliegenden Beitrag nicht aus der Perspektive der Bildungsforschung und Bildungssoziologie behandelt. Vielmehr geht es um die Frage, was Professionelle und Ehrenamtliche im Schulwesen mit dieser Erzählung vom straffen Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und mangelhaftem Schulerfolg anfangen. So gesehen, gehören die folgenden Überlegungen und Beispiele zu einer „etwas anderen“ empirischen Bildungsforschung, in deren Zentrum diese Fragen stehen: Wie wirkt sich dieses Wissen im beruflichen Alltag und im Handeln von Fachleuten und Ehrenamtlichen aus? Hat es überhaupt Auswirkungen, da sich ja offenbar an diesem Befund seit Jahren nichts ändert? Wenn die Schulen selber die soziale Ungleichheit verschärfen oder auf Dauer stellen, was wäre zu tun, falls man dies ändern wollte?
Aktive und konstruktive Elternarbeit hat sich zu einem zunehmend bedeutsamen beruflichen Handlungsfeld von Lehrkräften entwickelt und wird in den Schulgesetzen eigens geregelt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Erziehungsaufgaben auf die Schule übertragen werden und nur ein gemeinsames Miteinander erzieherische Kontinuität gewährleisten kann. Zugleich ist erwiesen, dass dieses Miteinander die Leistungsmotivation der Schüler steigert und innerhalb einer förderlichen Lernatmosphäre der Schule zu besseren Leistungen führt. Die Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Eltern gehört daher in jedes Leitbild. Der vorliegende Beitrag entfaltet die Grundsätze, Voraussetzungen und Vorgehensweisen einer gelingenden Kommunikation und Kooperation.
Ergebnisse aus einem NRW-Landesmodellprojekt in den Grundschulen der Stadt Solingen Dieser Beitrag berichtet von der Durchführung und von den Ergebnissen des NRW-Landesmodellprojekts „Gesundheit, Integration und Konzentration – Achtsamkeit in den Grundschulen (GIK)“ in den Jahren 2016 – 2018 in den 21 Grundschulen der Stadt Solingen. Begleitende Befragungen zeigen, dass das Einüben von wertschätzender Präsenz Selbstregulationsprozesse v. a. in Stresssituationen stärkt und den gefühlten Zustand von Wohlbefinden und Gesundheit bei Lehrpersonen und Kindern fördert. Anzeichen für die Stärkung einer empathischen Beziehungskultur werden vorgestellt sowie Hinweise auf eine partizipativ gestaltete Schulkultur.
Mehr als 52.000 Jugendliche haben in der Bundesrepublik im Jahre 2017 die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Das sind 5.000 mehr als noch vor zwei Jahren. Damit stieg die Quote bundesweit um 1 Prozentpunkt auf rd. 7%. Der vorliegende Beitrag referiert dazu statistische Daten aus dem Berufsbildungsbericht 2019 und für Baden-Württemberg und zeigt Wege auf, wie dieser Gruppe von Jugendlichen Wege in Ausbildung und Berufstätigkeit gebahnt werden können.
Vor hundert Jahren, nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1918/19, wurde in Deutschland Wirklichkeit, wofür Pädagogen und Bildungsreformer lange gekämpft hatten: Die Weimarer Nationalversammlung verankerte die allgemeine Schulpflicht in der Verfassung der ersten deutschen Demokratie, und sie kündigte in Artikel 146 eine „für alle gemeinsame Grundschule“ an. Was die Nationalversammlung damals in nüchterner Sprache festschrieb, war nicht weniger als eine demokratische Revolution auch in der Schulpolitik. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte sollten alle Kinder gemeinsam in die Schule gehen, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung oder dem Religionsbekenntnis ihrer Eltern. Endlich sollte Schluss sein mit der Standesbildung des Kaiserreichs, wo Kinder aus wohlhabenden Schichten auf Vorschulen, Privatschulen oder von Hauslehrern aufs Gymnasium vorbereitet worden waren, während, wie es damals hieß, Armeleutekinder die Volksschulbank drückten, oft getrennt nach Geschlecht oder Konfession.
Die Landesregierung von Baden-Württemberg sieht vor, dass jede Schule einen eigenen Medienentwicklungsplan (MEP) ausarbeitet. Dieser soll neben einer Bestandsaufnahme vor allem „konkrete Ziele für die Unterrichtsentwicklung unter Nutzung digitaler Medien“ formulieren, die Umsetzung dieser Ziele in einen realistischen Zeitplan übertragen und, abgestimmt mit dem Schulträger, Maßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung des Plans festlegen. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Mittel aus dem Digitalpakt des Bundes und der Länder abgerufen und sinnvoll eingesetzt werden können.